Rechne es mal nach: Sechs Stunden Schule, eine Stunde Hausaufgaben, dazu Handy, Konsole, Fernseher. In einer europäischen Messstudie saßen 10- bis 12-Jährige rund acht Stunden am Tag (Verloigne et al. 2012). Ein Kind in Pfarrkirchen sitzt heute an einem normalen Schultag genauso lang wie du im Büro — nur dass du wenigstens weißt, dass das nicht gesund ist. Ein Kind weiß das nicht. Es merkt nur, dass es unruhig wird. Ehrlich dazu: Dass langes Sitzen bei Kindern Rückenschmerzen auslöst, ist nicht belegt (Montgomery et al. 2025). Gut belegt ist etwas anderes: Bewegung hilft der Aufmerksamkeit (de Greeff et al. 2018).
Wir sehen das jede Woche, dienstags um 15 Uhr und freitags um 16 Uhr, wenn die Kids-Gruppe reinkommt. Und wir sehen, was 50 Minuten Bewegung mit genau diesen Kindern machen.
Was zu viel Sitzen mit Kindern macht
Bei Erwachsenen reden alle über den Bürorücken. Bei Kindern passiert das Gleiche — nur in einem Körper, der noch wächst:
- Haltung. Schultern nach vorn, Kopf über dem Handy, Rücken rund. Gut, wenn ein Kind auch das Gegenteil kennt: aufrecht, kräftig, beweglich.
- Koordination. Wer sich wenig bewegt, lernt Bewegungen nicht. Werfen, fangen, landen, sich abstützen — das sind keine Selbstverständlichkeiten mehr.
- Konzentration. Ein Kind, das sich nicht bewegt hat, kann sich nicht hinsetzen. Wer sich bewegt, kann sich danach besser konzentrieren. Das merken Eltern als Erstes — meistens bei den Hausaufgaben.
- Selbstbewusstsein. Kinder, die ihren Körper beherrschen, trauen sich mehr. Auf dem Pausenhof, im Sportunterricht, überall.
Die Sorge, die wir von Eltern aus Bad Birnbach, Eggenfelden und dem ganzen Rottal-Inn hören, ist immer dieselbe: Mein Kind bewegt sich zu wenig, der Verein passt nicht, und allein vom Sofa kommt es nicht.
Europäische Messstudie · 10–12 Jahre · Sitzzeit pro Tag
Rund acht Stunden Sitzen am Tag — gemessen, nicht geschätzt.
Was Kids Training bei uns ist — und was nicht
Kids Training ist kein Kinderturnen, und es ist kein Bootcamp. Es ist ein altersgerechtes Bewegungsprogramm für Kinder von 7 bis 16 Jahren, in einer festen Gruppe mit maximal 24 Kindern und einem Coach, der das Training führt. 50 Minuten, zweimal pro Woche im Plan, parallel zu den Erwachsenen-Zeiten.
Vier Dinge stehen im Mittelpunkt:
- Koordination. Bewegungen sauber lernen, bevor irgendwann Gewicht dazukommt. Das trägt in jede Sportart — Fußball, Turnen, Schwimmen, egal was.
- Körperhaltung. Gegen acht Stunden Sitzen in Schule und am Bildschirm. Rücken, Schultern, Rumpf.
- Konzentration. Wer sich bewegt, kann sich danach besser hinsetzen. Genau deshalb liegt das Training am Nachmittag.
- Teamgeist. Zusammen anstrengen, zusammen lachen. Kinder bleiben dabei, wenn Freunde dabei sind — das ist der wichtigste Grund zum Dranbleiben, wichtiger als jede Übung.
Was es nicht ist: Leistungssport. Wer ein Kind für den Kader aufbauen will, braucht ein anderes Programm. Wer ein Kind will, das sich gern bewegt, aufrecht steht und sich selbst etwas zutraut — dafür ist das hier gebaut.
der Mädchen in Deutschland bewegen sich mindestens 60 Minuten am Tag.
Quelle: Robert Koch-Institut 2018
der Jungen in Deutschland bewegen sich mindestens 60 Minuten am Tag.
Quelle: Robert Koch-Institut 2018
Bewegung pro Tag empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation Kindern und Jugendlichen von 5 bis 17 Jahren.
Quelle: WHO 2020
Wie ein Training aussieht
Kein Kind steht bei uns an einem Gerät. Ein Kids Training läuft in Stationen und kleinen Spielen: Laufen, Springen, Landen, Tragen, Klettern, Werfen. Dazwischen kurze Aufgaben, bei denen der Kopf mitmuss — rechts, links, auf Kommando, im Team. Alles mit dem eigenen Körpergewicht oder leichten Geräten, nichts, was ein Kind nicht sicher bewegen kann.
Die Zehnjährige, die zum ersten Mal kommt, macht dieselbe Station wie der Fünfzehnjährige, der schon Fußball spielt — nur in ihrer Variante. Das ist die Arbeit des Coaches: hinschauen, anpassen, ermutigen. Niemand wird vorgeführt, niemand wird überfordert. Und wenn ein Kind an einem Tag einfach nicht will, ist das in Ordnung — es kommt nächste Woche wieder, weil die Freunde da sind.
Zwei Modelle, eine Gruppe
Es gibt zwei Möglichkeiten, dabei zu sein: Basic mit einem Training pro Woche und Core mit zwei. Für den Einstieg empfehlen wir Basic — ein fester Termin, der sich in den Wochenplan der Familie einfügt, ist besser als zwei, die ständig verschoben werden. Wer merkt, dass das Kind mehr will, wechselt.
Die Plätze sind begrenzt, weil die Gruppe fest ist. Wir führen eine Warteliste und melden uns, sobald ein Platz frei wird — ehrlich, nicht mit „schauen wir mal“.
Und noch etwas, das Eltern oft fragen: Nein, das Kind muss nicht sportlich sein. Die Kinder, die am meisten davon haben, sind meistens genau die, die im Sportunterricht als Letzte gewählt werden. Bei uns wählt niemand. Es gibt Stationen, und jeder macht sie in seiner Variante — das Kind, das noch nie geklettert ist, genauso wie das, das schon im Verein trainiert.
Worauf Eltern zuerst achten sollten
Drei Fragen an jedes Kinder-Sportangebot — auch an unseres:
- Ist die Gruppe fest? Ein Kind braucht Gesichter, die es kennt. Wechselnde Gruppen sind für Kinder anstrengend, nicht motivierend.
- Führt ein Coach das Training — oder beaufsichtigt er es nur? Der Unterschied ist, ob dein Kind etwas lernt oder nur beschäftigt wird.
- Kommt das Kind gern? Das ist der einzige Maßstab, der zählt. Ein Kind, das sich freut, bleibt. Ein Kind, das hingeschickt wird, hört auf, sobald es alt genug ist, nein zu sagen. 🙂
Der erste Schritt
Wenn dein Kind zwischen 7 und 16 ist und du den Satz „es bewegt sich zu wenig“ schon mal gedacht hast: Sprich mit uns. Wir klären Alter, Gruppe und Startpunkt persönlich — und sagen dir ehrlich, ob gerade ein Platz frei ist oder wie lang die Warteliste ist. Trag dich unten ein, wir melden uns.
Kein Kind muss etwas können, um anzufangen. Es muss nur kommen. Den Rest machen wir zusammen. 💪
